SLADE

"Slade" ist eine Glam-Rock- und Hard-Rock-Band aus Wolverhampton, einer Industriestadt in den englischen Midlands. Mit 16 Top Twenty Hits, sechs davon Nummer 1, drei Nummer 2 und zwei Nummer 3, sind sie bis heute die zweiterfolgreichste britische Band, gleich nach den Beatles.

Gründungsmitglieder:

Gesang, Gitarre Noddy Holder (bis 1992)
Gitarre Dave Hill
Bass Jim Lea (bis 1992)
Schlagzeug Don Powell

Im Jahr 1964 gründeten der Gitarrist Dave Hill (bürgerlich David Hill) und der Schlagzeuger Don Powell (bürgerlich Donald George Powell) zusammen mit Mick Marson und John Howells die Gruppe The Vendors. Kurze Zeit später erschien schon die erste Dave Hill / John Howells Komposition „Don't Leave Me Now“ als Eigenproduktion. Ein Jahr später wurde die Band umbenannt in die 'N Betweens, und für den französischen Markt wurde eine EP produziert. 1966 stieß Sänger und Gitarrist Noddy Holder (bürgerlich Neville John Holder) hinzu. Kurz danach kam der Multiinstrumentalist Jim Lea (bürgerlich James Whild Lea - Bass, Geige, Keyboard) zu den 'N Betweens hinzu.
Aus den 'N Betweens wurde 1969 Ambrose Slade. Mittlerweile erlangten sie als gute Liveband Bekanntheit, und so wurde auch Chas Chandler auf sie aufmerksam. Der Ex-Animal und Hendrix-Entdecker wurde ihr neuer Manager und Produzent. Chandler arbeitete gerade im Büro von Robert Stigwood und kümmerte sich um eine Band namens „Fat Mattress“, als das Telefon klingelte und einer von Stigwoods Informanten von einer Gruppe namens Ambrose Slade erzählte, die am Abend im Londoner Rasputin Club spielen sollte. Chandler war zunächst skeptisch, weil er den Club nicht sonderlich schätzte. Auf der Bühne konnte ihn die Band aber doch überzeugen. Der Bandname wurde zu Slade verkürzt, und die Musiker trugen jetzt trotz Widerwillen auf Chandlers Anweisung hin Bühnenkleidung im Stil der damals aktuellen Skinhead-Mode, was sie in eine skandalumwitterte Pionierposition bringen sollte. Aber die Clubbesitzer weigerten sich, die Band auftreten zu lassen - sie befürchteten Schlägertypen im Publikum bei ihren Konzerten. Daraufhin orientierten sich Slade am braven 40er Jahre Look des damals recht populären Sängers und Songwriters Gilbert O' Sullivan. Chandler überredete sie, sich auf eigenes Material zu konzentrieren, eine Aufgabe, um die sich - nach einigen Experimenten mit wechselnden Partnerschaften - von da an Lea und Holder kümmerten. Zwar schaffte es ihr zweites Album Play It Loud (1970) unter dem neuen Namen Slade nicht in die Charts, verkaufte sich über die Jahre verteilt aber dennoch recht gut, zumal die spätere Nummer 1 „Sladest“ aus dem Jahre 1973 auf Titel dieser Low-Budget-Scheibe zurückgriff. Drummer Don Powell spielte hier noch eine bedeutende Rolle als Co-Autor. Nach vermehrten Touranstrengungen und den entsprechenden Radioeinsätzen kam 1971 schließlich die erste Slade-EP Get Down And Get With It in die englischen Charts. Sie erreichte immerhin Platz 16 (Record Retailer/Music Week). Die nächste Single Coz I Luv You erreichte Platz 1.
Die eigenwillige Titelschreibweise von Coz I luv you, die von nun an bei sehr vielen Slade-Singles verwendet wurde, geht auf den besonderen Lokalpatriotiosmus der Band zurück, die sich immer mit dem englischen Black Country und dem besonderen Akzent dieser Industrieregion der West Midlands verbunden fühlte, deren Einheimische sich oft vom Menschenschlag wie dem Akzent aus Birmingham (woher sog. Brummies, Spottname für die Einwohner Birminghams, stammen) abgrenzen.
Erst ab dem Oktober 1971 waren Slade aufgrund ihrer Kleidung der Glam Rock-Szene zuzurechnen. Von da an stürmten die Singles der Band bis Anfang 1976 nicht nur die englischen, sondern auch die europäischen Hitparaden - eine Erfolgsserie, wie sie es seit den Beatles nicht mehr gegeben hatte. Bis 1976 schafften es alle ihre Singles in die Top 20, sechs davon auf Platz eins. Ihr stampfender Sound, der teilweise röhrende Gesang von Noddy Holder und der genial eingemischte Hintergrundgesang, bei dem es schien, als ob ganze Fußballstadien den Song begleiten würden, machten einen Großteil der typischen Slade-Hits aus. Slades Vorband bei Liveauftritten zu dieser Zeit war oft Status Quo.
Nach dem Sampler „COZ I LUV YOU“ (1971) war ihr drittes Album bereits ein Liveausschnitt, der ihre jahrelange Bühnenerfahrung dokumentierte. Alive! (aufgenommen im Herbst 1971) wurde vor eigens geladenen Mitgliedern des Slade-Fanclubs in einem Theater aufgenommen. Es gilt nach wie vor als eine der gelungensten Konzertaufnahmen.
1972 tourten Slade erstmals als Vorgruppe von Humble Pie kurz durch die USA, wobei sie Gene Simmons und Paul Stanley, die gerade im Begriff waren KISS zu gründen, schwer beeindruckten. KISS geben unverhohlen zu, viele Elemente von Slade übernommen zu haben, wie beispielsweise die Publikums-Anfeuerungen, den Albumtitel 'Alive' und den stampfenden Rhythmus der Songs. Nachdem alle 4 Singles von 1972 in England Platz 1 oder 2 erreichten, schafften es Slade 1973 erstmals seit den Beatles von Null auf Platz 1 der Charts zu gelangen, und zwar mit „Cum On Feel The Noize“, ebenso mit „Skweeze Me Pleeze Me“ und auch mit Merry Xmas Everybody. Diese Weihnachts-Single platzierte sich bis in die 90er hinein fast jedes Jahr erneut in den englischen Top 100. Mit den Singles Far Far Away und Everyday zeigte Slade 1974, dass sie in der Lage waren, eingängige Balladen zu schreiben, was sie freilich auch schon früher getan hatten. Der Schlagzeuger Don Powell hatte sich dabei besonders hervorgetan. Powell erlitt allerdings am 4. Juli 1973 nach Alkoholgenuss einen schweren Autounfall und verlor vollständig das Gedächtnis und den Geschmackssinn; seine Freundin Angela Morris kam ums Leben. Es dauerte einige Jahre, bis sich Powell gesundheitlich wieder vollständig stabilisiert hatte. Für die bereits geplante Tour half Jim Leas Bruder Frank bei Slade aus. Der unverwüstliche Don Powell saß aber schon bei den Sessions für „My Friend Stan“ wieder an den Trommeln, da seine Ärzte ihm dringend dazu geraten hatten.
In den Monaten August bis Mitte Oktober 1974 drehten die 4 Musiker unter der Regie von Richard Loncraine ihren ersten und einzigen Musikfilm „Slade in Flame“, der auch bei Leuten ankam, die mit der Gruppe bislang wenig anfangen konnten. Nachdem der Film bereits im Januar 1975 in 30 britischen Testkinos gelaufen war, versammelten sich am Abend des 13. Februar 1975 u.a. Elton John, Mott The Hoople, Suzi Quatro, Jane Birkin, Gary Glitter und Queen zu einem glanzvollen Mitternachtsempfang im Metropole Theatre zu London.

Singles

  • You Better Run / Evil Witchman (2. Dez. 1966 als 'N Betweens)
  • Genesis / Roach Daddy (20. Mai 1969 als Ambrose Slade)
  • Wild Winds Are Blowing / One Way Hotel (4. Okt. 1969)
  • Shape Of Things To Come / C'mon, C'mon (6. März 1970)
  • Know Who You Are / Dapple Rose (18. Sept. 1970)
  • Get Down And Get With It / Do You Want Me / Gospel According To Rasputin (EP) (May 1971) UK#16
  • Coz I Luv You / My Life Is Natural (8. Okt. 1971) UK# 1 D# 9
  • Look Wot You Dun / Candidate (28. Jan. 1972) UK# 4
  • Tak Me Bak 'Ome / Wonderin' Y (19. Mai 1972) UK# 1 D#10
  • Mama Weer All Crazee Now / Man Who Speeks Evil (25. Aug. 1972) UK# 1 D# 6 CH# 5
  • Gudbuy T'Jane / I Won't Let It 'Appen Agen (17. Nov. 1972) UK# 2 D# 3 CH# 4
  • Cum On Feel The Noize / I'm Mee, I'm Now, An' That's Orl (23. Feb. 1973) UK# 1 D# 8 CH# 4
  • Skweeze Me, Pleeze Me / Kill 'Em At The Hot Club Tonite (22. Juni 1973) UK# 1 D# 3 CH# 4
  • My Friend Stan / My Town (28. Sept. 1973) UK# 2 D# 5 CH# 6
  • Merry Xmas Everybody / Don't Blame Me (7. Dez. 1973) UK# 1 D# 4
  • Everyday / Good Time Gals (29. März 1974) UK# 3 CH# 7
  • The Bangin' Man / She Did It To Me (28. Juni 1974) UK# 3 D# 7
  • Far Far Away / OK Yesterday Was Yesterday (11. Okt. 1974) UK# 2 D# 8
  • How Does It Feel? / So Far So Good (7. Feb. 1975) UK#15
  • Thanks For The Memory (Wham Bam Thank You Mam) / Raining In My Champagne (9. Mai 1975) UK# 7
  • In For A Penny / Can You Just Imagine (14. Nov. 1975) UK#11
  • Let's Call It Quits / When The Chips Are Down (30. Jan. 1976) UK#11
  • Nobody's Fools / L.A. Jinx (1976)
  • Gypsy Roadhog / Forest Full Of Needles (1977) UK#48
  • Burning In The Heat Of Love / Ready Steady Kids (1977)
  • My Baby Left Me But That's Alright Mama / O.H.M.S. (1977) UK#32
  • Give Us A Goal / Daddio (1978)
  • Rock 'N' Roll Bolero / It's All Right Buy Me (1978)
  • Ginny Ginny / Dizzy Mama (1978)
  • Sign Of The Times / Not Tonight Josephine (1979)
  • Okey Cokey / My Baby's Got It (1979)
  • Six Of The Best: Night Starvation / When I'm Dancing / I'm A Rocker / Don't Waste Your Time / The Wheels Ain't Coming Down / 9 To 5 (Maxi EP) (1980)
  • Slade Alive At Reading '80: When I'm Dancing / Born To Be Wild / Somethin' Else / Pistol Packin' Mama / Keep A Rollin' (EP) (1980) UK#44
  • Xmas Ear Bender: Merry Xmas Everybody / Okey Cokey / Get Down And Get With It (EP) (1980) UK#70
  • We'll Bring The House Down / Hold On To Your Hats (1981) UK#10
  • Wheels Ain't Coming Down / Not Tonight Josephine (1981) UK#60
  • Knuckle Sandwich Nancy / I'm Mad (1981)
  • Lock Up Your Daughters / Sign Of The Times (1981) UK#29
  • Ruby Red / Funk Punk & Junk / Rock And Roll Preacher (Live Version) / Tak Me Bak 'Ome (Live Version) (Doppel Single Album) (1982) UK#51
  • (And Now The Waltz) C'est La Vie / Merry Xmas Everybody (Live & Kickin') (1982) UK#50
  • My Oh My / Keep Your Hands Off My Power Supply / Don't Tame A Hurricane (Maxi EP) (1983) UK# 2 D# 4 CH# 2
  • Run Runaway / Two Track Stereo, One Track Mind (1984) UK# 7
  • All Join Hands / Here's To... (1984) UK#15
  • 7 Year Bitch / Leave Them Girls Alone (1985) UK#60
  • Myzsterious Mizster Jones / Mama Nature's A Rocker (1985) UK#50
  • Do You Believe In Miracles / My Oh My (Swing Version) (1985) UK#54
  • Still The Same / Gotta Go Home / The Roaring Silence / Don't Talk To Me About Love (Doppel Single Album) (1987) UK#73
  • That's What Friends Are For / Wild Wild Party (1987) UK#95
  • You Boyz Make Big Noize (2 Versionen auf 17cm / 3 Versionen auf 30cm) (1987)
  • We Won't Give In / Ooh La La In L.A. (1987)
  • Let's Dance / Standing On The Corner (1988)
  • Radio Wall Of Sound / Lay Your Love On The Line (1991) UK#21
  • Universe / Red Hot / Merry Xmas Everybody (EP) (1991)
  • Some Exercise (2002)
  • Merry Xmas Everybody / Cum On Feel The Noize (2006) UK # 21

Alben

  • Beginnings (Mai 1969 als Ambrose Slade)
  • Play It Loud (November 1970)
  • Slade Alive! (1. März 1972) UK# 2, AUS#1
  • Slayed? (1. Dez. 1972) UK# 1, AUS#1, USA#50
  • Sladest (21. Sept. 1973) UK# 1
  • Old New Borrowed And Blue (4. Feb. 1974) UK# 1
  • Slade In Flame (29. Nov. 1974) UK# 6, USA#80
  • Nobody's Fools (5. März 1976) UK#14
  • Whatever Happened To Slade? (1977)
  • Alive, Vol. 2 (1978)
  • Return To Base (1979)
  • Smashes (1980) UK#29
  • We'll Bring The House Down (1981) UK#25
  • Till Deaf Do Us Part (1981) UK#68
  • Slade On Stage (1982) UK#51
  • The Amazing Kamikaze Syndrome (1983) UK#49 / Keep Your Hands Off My Power Supply (1984) US#33
  • Slade's Greats (1984) UK#89
  • Rogues Gallery (1985) UK#60
  • Crackers-The Slade Christmas Party Album (1985) UK#34
  • You Boyz Make Big Noize (1987) UK#98
  • Wall Of Hits (1991) UK#34
  • Keep On Rockin'! (1995) UK#97
  • Greatest Hits - Feel The Noize (1997) UK#19
  • Wild Nites (1999)
  • Cum On Let`s have a Party! (2002)
  • Superyob (2003)
  • Get Yer Boots On (2004)
  • The Very Best Of Slade (2005) UK#39
  • Slade alive! (2006; 2 CD, incl. Slade alive! [1972], Alive, Vol. 2 [1978], Slade on Stage [1982], Alive at Reading [1980])

(Quelle: Wikipedia)